Rückzug und stiller Raum – Wintersonnwende und Rauhnächte

In diesen Tagen zwischen den Jahren merke ich immer wieder:
Mein System will nicht erklärt werden.
Es will gehört werden.

Die Wintersonnenwende und die Rauhnächte erlebe ich deshalb nicht als Anleitung oder spirituelles Programm,
sondern als offenen Raum.

Eine Zeit, in der weniger getan werden muss
und mehr gespürt werden darf.

Du musst hier nichts richtig machen.
Du darfst wahrnehmen.
Und das reicht.

Wintersonnwende, die längste Nacht

Die Wintersonnenwende ist kein Auftakt im Sinne von Start. Sie ist ein Innehalten am tiefsten Punkt.

Hier beginnt nichts Neues. Hier endet etwas, leise, würdevoll.

Auftakt 21./22.12.

Natur:
• Kürzester Tag, längste Nacht
• Das Licht kehrt zurück, ohne sichtbar zu sein
• Alles Leben sammelt sich im Inneren

Innerlich:
• Rückzug ist keine Schwäche
• Nicht-Wissen darf sein
• Würdigung ersetzt Bewertung

Einladung:
• Still werden, bevor etwas weitergeht
• Nichts klären, nichts entscheiden
• Den Raum halten

Die Wintersonnenwende öffnet den Zeitraum, in dem die Rauhnächte liegen.
Sie ist der Atemzug davor.

Pragmatische Impulse:
• Eine Kerze, sonst nichts
• 3 Stichworte: Was endet? / nicht erklären oder analysieren
• 3 Stichworte: Was darf zart neu werden? Qualitäten, keine Ziele

Rauhnächte als Naturraum – warum weniger Praxis mehr Tiefe bringt

Historisch gesehen gibt es keine festen Themen pro Rauhnacht.
Vieles, was heute kursiert, sind spätere Deutungen.
Mein Zugang orientiert sich deshalb weniger an Kalenderlogik
und mehr an Naturzyklen, Körperwahrnehmung und innerer Reife. Es ist schön, wenn Du hier Inspiration findest für Dich.

Jede Nacht steht symbolisch für einen Monat des kommenden Jahres.
Nicht als Prognose, sondern als energetischer Fokus.

Hier eine sequenzartige Übersicht. Es braucht keine starre Struktur, absolut kein müssen oder befolgen. Dies darf ein Raum sein für: Spüren, Fühlen, in der Tiefe lauschen, Intuition.
Du musst nichts „richtig“ machen. Beobachten reicht.

  • Ankommen & Rückzug (25.–26.12.)
    • Natur: Stillstand, Schutz, Nähe
    • Innerlich: Orientierung verlieren dürfen
    • Einladung: weniger tun, mehr spüren
  • Erste Bewegung (27.–28.12.)
    • Natur: Licht nimmt minimal zu
    • Innerlich: Emotionen, leise Impulse
    • Einladung: Bewegung ohne Ziel
  • Selbstwert & Regulation (29.–30.12.)
    • Natur: Energie wird neu verteilt
    • Innerlich: Was nährt mich wirklich?
    • Einladung: Selbstfürsorge statt Optimierung
  • Übergang & Schwelle (31.12.)
    • Natur: Markierung ohne Neubeginn, der Zwischenraum bleibt offen
    • Innerlich: Abschied ohne Drama, Würdigung ohne Verklärung
    • Einladung: Loslassen, ohne sofort Neues zu benennen
  • Sinn & innere Ausrichtung (01.01.)
    • Natur: Stille nach der Schwelle, Integration braucht Zeit
    • Innerlich: Bedeutung entsteht im Nachspüren
    • Einladung: Nicht festlegen, sondern wirken lassen
  • Klarheit & Ordnung (02.–03.01.)
    • Natur: Kräfte sammeln sich, Strukturen ordnen sich neu
    • Innerlich: Was darf bleiben, was darf sich lösen?
    • Einladung: Sortieren ohne Eile
  • Verdichtung & Reife (04.–05.01.)
    • Natur: Wesentliches tritt hervor, Überflüssiges fällt ab
    • Innerlich: Verantwortung ohne Schwere
    • Einladung: Dem Wesentlichen Raum geben
  • Abschluss & Rückkehr (05.–06.01.)
    • Natur: Der Zwischenraum schließt sich, Zeit fließt weiter
    • Innerlich: Integration statt Neuanfang
    • Einladung: Mit Vertrauen ins Jahr gehen

In der für mich inzwischen heiligen Zeit zwischen der Wintersonnwende und Heilig Drei König sind die Schleier zwischen den Dimensionen besonders durchlässig. Was ist damit gemeint?

Der Schleier ist kein Vorhang.

Er ist das,
was sonst trennt und in dieser Zeit weicher wird.

Zwischen Vergangenheit und Zukunft.
Zwischen Bewusstem und Unbewusstem.
Zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem.
Zwischen dem Individuum und der Welt.

Die Trennung löst sich nicht auf. Sie wird durchlässiger. Und damit verbundener.

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